Geschichte

Ursprünglich war das Lycee Cricq eine Schenkung

Der Freundeskreis der ehemaligen Schüler stellt das Lycée Saint-Cricq vor :

Herr Jean, im Familienkreis Henri Saint-Cricq gennant und seine Ehefrau Françoise Adèle Bonnefoy, wollten ihren Grundbesitz, die Villa Saint-Cricq, der Stadt Pau schenken.

Es handelt sich um eine schöne Villa mit 270 Quadratmetern auf drei Etagen mit einem Mietshaus auf einem Gesamtgrundstück von 4 900 Quadratmetern. Sie befindet sich in der Porte-Neuve Straβe 1, die später die Henri Faisans Straβe wird, wahrscheinlich weil er selbst als Bürgermeister von Pau diese Schenkung entgegen nahm und vermutlich auch, weil er da wohnte.

Warum diese Schenkung ?

Henri Faisans erklärte anlässlich der Ratversammlung am 17. November 1893 :

« Herr und Frau Saint-Cricq, Hausbesitzer in Pau, hatten mir schon vor einiger Zeit ihren Wunsch mitgeteilt, der Stadt Pau ihr Wohnhaus in der Porte-Neuve-Straβe zu schenken, damit dort eine berufliche Schule gegründet werde.
Dieser groβzügige Gedanke kam ihnen, weil sie immer bedauerten, dass die handwerklichen Berufe nicht von den brillanten Grundschüler gewählt wurden. Und die Bänke der Oberschule waren fast nur von Schülern besetzt, die später Lehramt, Telegrafendienst, Brückenbauamt usw…studieren wollten. In ihren Augen war ein Angestellter, der in untergeordneten Stellen mit niedrigerem Einkommen vegetiert, weniger glücklich als ein gelehrter Arbeiter. Letzterer hat wegen einer gröβeren Unabhängigkeit bessere Chancen, seine Lage zu verbessern. Darüber hinaus dachten sie, dass es unter unserer so intelligenten Bevölkerung einfach wäre hervorragende Arbeiter vorzubereiten, die gut verdienen könnten, wenn man alle Mittel einsetzen würde, damit sie die Berufskenntnisse, das allgemeine Fachwissen und die Fachbegriffe aus den Naturwissenschaften und Kunst erwerben, die so groβzügig in allen groβen Städten Frankreichs beigebracht werden.
Ihre Vorgänger wollten ebenfalls diesen Weg einschlagen, als sie an unserer Hochschule die Eisen- und Holzwerkstätte anschließen ließen. Leider war diese Organisation noch rudimentär. Ich war also sicher, voraussichtlich Ihre Zustimmung zu bekommen, als ich die Gelegenheit ergriff, eine berufliche Schule zu gründen.
Ich muss Herrn und Frau Saint-Cricq auf die Nachteile des Zusammenlebens und eines zukünftigen Wettkampfes zwischen der Beruflichen Schule und der Oberschule aufmerksam machen. Letztere sollte wie eine Brutstätte für die erste sein und zugleich in einer geringen Menge für die Zivilverwaltung rekrutieren. Sie könnte vor allem für die Zulassung zur beruflichen Schule organisiert werden. Das Studium würde von einem einzigen, alle Fächer umfassenden Lehrplan profitieren, der das Kind von seiner Einschulung in die Oberschule bis zu seinem Abschluss an der beruflichen Schule führen würde ; Es gäbe weniger Schulpersonal, wenn ein einziger Lehrer an beiden Schulen unterrichten dürfte.
Da diese Kombination prinzipiell genehmigt wurde, habe ich den staatlichen Architekten beauftragt, das Wohnhaus zu besichtigen, um zu wissen, ob es zu dem Projekt passt… »

Die Schenkungsurkunde wurde am 20. Dezember 1893 unterschrieben.

« Herr und Frau Saint-Cricq schenken der Stadt Pau das bloβe Eigentum, zu dem sich die Nutznieβung am Todestag des Überlebenden von beiden Gebern zusammenkommen wird. »

Diese Schenkung wird unter folgenden Bedingungen gemacht :

yes Nach dem Ende der Nutznieβung und innerhalb des ersten Jahres der Inbesitznahme des Gebäudes, oder spätestens am Ende der laufenden Miete, soll die Stadt Pau eine staatlich laizistische berufliche Knabenschule in dem Wohnhaus gründen und einrichten. Auf der ganzen Fläche des Grundstücks darf man nur Anbauten und Nebengebäude für die Schule errichten lassen. Das Wohnhaus wird keinem anderen Zweck gewidmet. Jedoch kann die Stadt, wenn es nützlich ist, die praxisorientierten Kurse der oberen Grundschule dort veranstalten, die zur Zeit in der ehemaligen psychatrischen Klinik stattfinden ; Die Geber betrachten diese Kurse als eine Vorbereitungschule auf die Berufliche Schule.

yes Die Schule wird auf den Namen « berufliche Schule Saint-Cricq » getauft.

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Die Villa Saint-Cricq heutzutage

Zusätzliche Informationen :

Die Stadt Pau verfügte über eine obere Knabengrundschule, die 1836 gegründet wurde und nur wenig Platz in der früheren psychatrischen Klinik hatte, wo sie seit 1836 ansässig war.

Das Haus wurde zwischen 1855 und 1874 von dem Ehepaar Dominique Saint-Cricq und Anne Anglade erbaut. Sie bekamen zwei Kinder : Henri und Laurent, der bereits vor der Schenkungsurkunde gestorben war. Henri erbte schließlich die Villa.

Nach Schätzungen am 5. Dezember 1893 beträgt der Wert der Villa rund 49 031,50 Francs für das Grundstück, 81 000 Francs für die Villa und 2750 Francs für das Mietshaus.

Henri Saint-Cricq stirbt am 25. Juni 1894 und seine Ehefrau zwei Jahre später am 6. März 1896.

Kurz darauf beginnen die Bauten und Ausrüstungen. Die Baupläne werden im Dezember 1899 vorgestellt, die Zuschläge werden 1901 für eine Eröffnung im Jahre 1902 gemacht. In der Villa werden 4 Klassenzimmer im Ergeschoss und im ersten Stock eingerichtet. In dem südwestlichen Teil des Grundstückes wird eine Eisen- und Holzwerkstatt errichtet. Südöstlich befinden sich ein Zeichnungszimmer und ein Hof mit Toiletten.

Die ursprüngliche Werkstattausstattung besteht aus :

  • einer Metall-Drehbank
  • einer Parallel Drehmaschine mit Zahnradgetriebe
  • einem Schnellhobler
  • einer Säulenbohrmaschine
  • einer Schleifmaschine
  • einer Drechselbank
  • einer Bandsäge
  • und Marmorplatten

Ürsprünglicher Bauplan der Saint-Cricq-Schule